Orgel- und
Harmoniumwerkstatt
Thomas Reilich
Geiselbullach:
Hausorgel Orgelbau Späth, Freiburg, Bj. 1968

Auch dieses Instrument war schon einmal in meiner Werkstatt, auch 2009 (wie das Schiedmayer). Damals wurde die Pedalkoppel durch ein eigenständi-ges Pedal ersetzt.

Seit dem Umbau wurde das Instrument sehr geschätzt und regelmäßig gespielt.

Den Bericht über die damals durchgeführten Arbeiten finden Sie hier.

Zum Jahreswechsel 2019/2020 wurde es jedoch durch einen Zimmerbrand in Mitleidenschaft gezogen, sodass es gereinigt werden musste.

re: Auf diesem Foto kann man gut die dicke Rußschicht erkennen, welche sich auf der Oberfläche nieder gelassen hat. Zum Glück gab es keine nennenswerten Brandschäden am Instrument.

Seit der Abholung des Instrumentes roch es in der Werkstatt wie in einer Räucherkammer.

Die Reinigung war schwieriger als gedacht. Nach dem trockenen Absaugen der Oberflächen, folgten drei Wisch-Durchgänge, bis der graue Rußschleider entfernt war. In den Bildern sieht man die einzelnen Reinigungsstufen.

Unzählige Einmer mit Wischwasser wurden benötigt. Durch spezielle Reinigungszusätze musste zudem die Geruchsentwicklung beseitigt werden.

li: Zum Glück wurde das Innenleben der Orgel vom Ruß weitgehend verschont. Wo möglich, wurde der Brandgeruch im Sprüh-verfahren bekämpft.

re: Nach der Reinigung, konnte der Unterbau bereits wieder zusammen-gefügt werden.

Nun begannen die Arbeiten am eigentlichen Werk.

Um auch die Klaviatur gründlich reinigen zu können, waren umfangreichere Demontagearbeiten notwendig.

Taste für Taste musste mehrfach gereinigt werden, bis der Klaviaturrahmen wieder bestückt werden konnte.

Die Seitenteile des Gehäuses bestanden aus auf Gratleisten gesteckten Einzelteilen und konnten so sehr gut gereinigt werden. Im Bild sieht man den vorher-nachher-Vergleich.

li: Frisch gereinigt und oberflächenbehandelt, sehen die Gehäuseteile wieder wie neu aus.

re: Das Werk ruht nur durch sein Eigengewicht auf dem Unterbau und wird durch zwei stabile Bolzen gegen das Verrutschen gesichert.

Durch ihre Lackierung, konnten die Stöcke problemlos gereinigt werden. Die Filzfassungen der Zungennüsse waren alle noch intakt.

Hier liegt das gesamte Pfeifenmaterial auf der Kreissäge. Der Pedal-8' (hinten) ist schon sauber, die Pfeifen auf den Brettern noch nicht.

Da das kleine Krummhorn schon immer ein wenig "problematisch" war (hohe Lage, enge Mensur, kurze Becher, wenig Winddruck etc.), wurde es komplett zerlegt.

Kehlen und Zungen durchliefen das Ultraschallbad. Danach wurden die Zungen durchgesehen und mit feinster Stahlwolle abgerieben, quasi "porentief rein" gemacht.

li: Die Politur der Prospektpfeifen verlieh der Zinnlegierung wieder ihren charakteristischen Glanz.

re: Alles so schön sauber hier!

Zum Schluss wurde bei allen Registern noch die Intonation überprüft.

Hier sieht man die aufgebaute Badelandschaft für die Metallpfeifen.

li: Zerlegt und gut verpackt, ging es nun wieder zurück in die frisch renovierte Wohnung des Eigentümers.

Erbauer: Orgelbau Späth, Freiburg
Baujahr: 1968
Umbau/Erweiterung: 2009
Disposition:
Manual (Teilung h°/c'):
Flöte 4'
Quinte (B: 2/3' D: 1 1/3')
Krummhorn 4' (B / D)
Prinzipal 2' (B / D)
Pedal:
Copel 8'