Beim Trayser ging die Stimmung in die zweite Runde. Wie schon beim
"Cor Anglais", mussten auch bei der "Voix Celeste" die Platten zum
Vorstimmen ausgebaut werden.
Erst bei den wirklich "frei" liegenden Spielen (16', 8', 4'), konnte
auf den Ausbau verzichtet werden.
Wie zu erwarten, waren die höchsten Zungen im 4' etwas heikel. Zwei
Zungen mussten ersetzt werden.
Hier sieht man am 16', wie massiv der Materialabtrag war (helle
Stellen an der Zungenwurzel).
Aber irgendwann war dann auch die letzte Zunge gestimmt. Nach ein
paar Wochen des Spielens, wird alles nocheinmal überprüft.
Dank der neuen (10 Jahre alten) Dichtung, gibt es an den
Registerkanzellen keinen Windverlust.
Nun sind die Arbeiten erst einmal abgeschlossen. Die Intonation hat
das Stimmen sehr gut überstanden und sich (für meinen Geschmack) schon
fast zum Besseren verändert (alles etwas runder).
Für die neuen Registerschildchen wurden bereits die Rohlinge
angefertigt.
J. Titz, Löwenberg, Bj.1906
Beim Titz wurden die Balgteile von ihrer alten Beleimung befreit.
Das Arbeiten mit Dampf schont die Substanz und teilweise werden alte
Markierungen sichtbar.
Da die Balgteile erst einmal trocknen müssen, ging es mit den Gehäuse
los.
Die ersten Schäden sind immer ganz unten, wie hier an der vorderen
Bodenleiste.
Von außen nicht sichtbar! Auch an der hinteren Bodenleiste wurde
schon gebastelt.
Die Bodenleisten wurden abgenommen und die Schäden freigelegt.
Die Bodenleisten sind immer willkommene Teile, um Oberflächenversuche
durchzuführen.
Das Gehäuse aus schönstem Palisander, wirkt leider etwas "grau".
Wie man an dieser Partie gut erkennen kann, wurde einmal ein dünner
Lacküberzug aufgetragen, welcher sich nun vom Untergrund löst.
Vermutlich war die Oberfläche ursprünglich gewachst.
Hier liegt schon das fertig gefräste Ersatzteil für die Bodenleisten.
Da Rio-Palisander unter strengem Schutz steht, werden Ersatzteile aus
Nussbaum angefertigt und farblich angepasst.
Zwar gibt es auch andere Palisanderarten, doch diese sind sehr teuer
und lassen sich farblich schlecht anpassen. Als nächstes wird das
Furnier ergänzt.